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Hochkarätige Runde im Windschatten
Hochkarätige Runde im WindschattenK19

Olivier Senn und Fabian Wegmann bei Windschatten

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Thomas Pupp, Direktor der Tour of Austria, die heuer von 7. bis 12. Juli ihr 75-jähriges Jubiläum feiert, begrüßte im TV-Studio hochkarätige Gäste: Olivier Senn, Direktor der Tour de Suisse, Fabian Wegmann von der Deutschland Tour und Sicherheitsexperte Christoph Hugl folgten der Einladung in den Windschatten, dem TV-Magazin der Tour of Austria. 

Windschatten ist ein gemeinsames Format der Studio K19 GmbH und der Tour of Austria.

Das Jahr 2024 ging aus negativer Sicht in die Geschichtsbücher des Radsports ein. Die junge Schweizerin Muriel Furrer starb nach einem Unfall bei der Rad-WM und wenige Wochen zuvor kam der Norweger André Drege bei der Tour of Austria ums Leben. Danach entfachten Diskussionen um die Sicherheit im Radsport. Auch der Windschatten widmete sich vor über einem Jahr diesem Thema, als Thomas Pupp auch damals Olivier Senn und Fabian Wegmann als Gäste begrüßte. In der aktuellen Sendung stand nun wieder die Sicherheitsdiskussion im Vordergrund und wie weit relevante Maßnahmen gediehen sind.

Tour de Suisse als internationaler Vorreiter

Die Welt des Radsports verändert sich, eröffnete Olivier Senn von der Tour de Suisse. Er hat nach den Vorfällen im Vorjahr als erste große Rundfahrt ein Tracking-System eingeführt. Die UCI folgte mit einem anderen System bei den Weltmeisterschaften 2025 in Ruanda. "Nach der letzten Sendung Windschatten haben wir mit der Swiss Telekom begonnen an einem Tracking System zu arbeiten", sagt Senn, der auch betont, dass der Radsport generell immer schneller wird: Die Rahmen werden aerodynmischer, die Felgen höher, die Lenker schmäler. Der Schweizer will zukünftig auch stärker auf KI, also künstliche Intelligenz, setzen, was die Analyse von Strecken mit deren Oberflächen, dem Wind, Unfallstatistiken und anderen Parametern betrifft. Angesprochen auf das Tracking System bei seiner TdS meint Senn, dass er dabei verschiedene System und Informationen gekoppelt hat. Im Fokus steht dabei während der Rennen ein gezielter Kommunikationsfluss mit allen Beteiligten. "Das war mit dem alten Funk nicht möglich, jetzt können wir an Fahrer, Teams, Kommissäre, Mitarbeiter gezielte Informationen über gefährliche Stellen weitergeben."

Angesprochen auf die Tour de Suisse 2026, sagte Senn, dass sie heuer auf fünf Tage reduziert wird und die gleichzeitig stattfindende Frauenrundfahrt auf fünf Tage ausgeweitet wird. "Wir haben die TDS 2026 komplett neu gestaltet und fahren nur noch Rundstreckenrennen. Wir bieten in den Etappenorten Radsport von acht Uhr bis sieben Uhr abends, das befürworten auch unsere Sponsoren. Dadurch können wir den Radsport viel besser mit einer Volksfeststimmung präsentieren." Zur großen Freude von Senn wird heuer erstmals der Radsportdominator Tadej Pogacar mitfahren!

Wegmann: Deutschland Tour als Event für die ganze Familie

Ähnliche Töne stimmt auch Fabian Wegmann, Chef der Deutschland Tour, des Münsterland Giros, der Cyclassics Hamburg und von Eschborn-Frankfurt, an. "Wir wollen ein Event für die ganze Familie gestalten, auch mit vielen Aktionen für Kinder und Jugendliche bei hochkarätigem Spitzensport. Heuer haben wir einen Prolog und vier Etappen - längere Rundfahrten sind aktuell im Radsport aufgrund des dichten Kalenders gar nicht gewollt. Die Qualität der Veranstaltungen ist wichtig, nicht die Länge", sagt der Ex-Radprofi.

Was Sicherheitsmaßnahmen, wie das Tracking System der Tour de Suisse betrifft, meint Wegmann: "Die Einführung solcher Systeme ist mit hohen finanziellen Belastungen verbunden und sie müssen für alle Rennen funktionieren. Eigentlich wären sie wichtiger bei Nachwuchs- und nicht so hoch kategorisierten Rennen, weil diese nicht mit TV-Kameras laufend überwacht werden. Die WorldTeams in den großen Rennen sind ja super ausgestattet, da weiß jeder Verantwortliche wo seine Fahrer sind." Wegmann betont auch die Unterschiedlichkeit der Rennen selbst: "Wir organisieren überwiegend Sprinterrennen, da verschwindet niemand einfach so wie bei waghalsigen Abfahrten von Pässen. Dort wären Tracking Modelle sicher zielführender."

Viel Arbeit im Hintergrund

Christoph Hugl ist Sicherheitsexperte und Inhaber von Huglprojects. Er ist im Management Komitee von SafeR (SafeRoad Cycling), einer Plattform der UCI (Weltradsportverband), der AIOCC (Organisation der wichtigsten Rennveranstalter) und der Vertretungen der Fahrer und Profiteams, die sich mit der Erhöhung der Sicherheit in den Rennen beschäftigt. "Wir haben jeden Montag Online-Meetings, um die Unfälle des Wochenendes zu analysieren. Ziel ist es nicht, Verantwortliche an den Pranger zu stellen, sondern wertvolle Daten zu generieren: Was waren die Gründe für die Unfälle? Oft passieren die Unfälle im Peloton selbst, danach kommen Kategorien, wie enge Straßen, das Wetter und vor allem Kreisverkehre und Verkehrsinseln in den finalen Entscheidungen." Einen Weg in die Zukunft bestreiten laut Hugl die Veranstalter bereits: "Äußerst viele verwenden bereits VeloViewer, DIE digitale Plattform für Teams und Veranstalter, auf der einheitlich alle relevanten Informationen und Gefahrensignale angezeigt werden. Ursprünglich war die Plattform nur für die Teams geplant, um sich damit auf die Rennen vorzubereiten. Mittlerweile wurde das Tool massiv ausgebaut, um während der Rennen die Teams, Sportler, Kommissare, Sicherheitskräfte und natürlich die Veranstalter mit Infos über Gefahrenhinweise zu versorgen." 

 

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